Nov.09> Die Kunst des Schenkens oder Krawatte vs. Küchenschürze
10. November 2009
Weihnachten ist offiziell das Fest der Liebe. Und das ist gut so! Es ist aber auch die Zeit des Schenkens. Und diese Kunst will gelernt sein. Denn Geschenke können nicht nur viel Freude bereiten, sie sorgen mitunter auch für Frust und Enttäuschung. „Ach wie schön! Eine Krawatte! Vielen Dank!“ So heucheln viele beim Anblick eines Geschenks, das sie nach den Festtagen ganz hinten im Schrank verstecken. Andere wiederum sind ehrlicher und sagen, dass ihnen nicht gefällt, was unterm Christbaum lag.
Wen wundert’s, dass die Freude verhalten bleibt, wenn die Küchenschürze für Sie mit der soundsovielten Krawatte für Ihn vergolten wird. Denn Schenken ist sozusagen eine alte Symbolik der Zuneigung, der Freude oder der Dankbarkeit“, sagt Dr. Anton Tölk, Leiter des Instituts für Psychotherapie an der Landes-Klinik Wagner-Jauregg. Somit drücken wir durch das Schenken eine soziale Wertschätzung aus. In einer Gesellschaft, in der Zeit zunehmend zu einer knappen Ressource wird, kommen jene Geschenke am besten an, denen man anmerkt, dass sich der Schenkende Zeit für die Ideenfindung oder für die Besorgung genommen hat. An zweiter Stelle liegen Geschenke, bei denen man Zeit in ihrer Reinform verschenkt: als gemeinsam zu verbringende Stunden oder Tage. Erlebnisgeschenke, die nicht nur Freude machen, sondern auch die Botschaft vermitteln: „Ich möchte Dir nah sein und Zeit mit Dir verbringen“ – sie stehen bei beiden Geschlechtern weit oben auf der Wunschliste, weiß der amerikanische Soziologe David Cheal.
Was aber steht ganz unten? Mit der Frage nach dem, was wir am wenigsten gern haben möchten, hat das Hamburger Meinungsforschungsinstitut GEWIS im Auftrag eines großen Handelskonzerns die Beliebtheitsskala umgedreht. Das nur mäßig überraschende Ergebnis: Wer vorhat, seine Liebsten zu Weihnachten mit Socken, Krawatten oder Handtüchern zu beschenken, sollte umdisponieren,so lange es noch nicht zu spät ist. Denn die erwähnten Geschenke-Klassiker erwiesen sich allesamt als am wenigsten geeignet, Glücksseufzer auszulösen. Erfreulicherweise bekam aber fast jede Frau auch schon ihren – statistisch ermittelten – Herzenswunsch nach Parfum (95 Prozent) oder Schmuck (88 Prozent) erfüllt.
Gutscheingeschenke werden immer beliebter!
Doch Geschenke müssen nicht immer real sein - auch Gutscheine kann man gut schenken. Sehr sinnvoll sogar, denn den Inhalt der Gutscheine kann der Beschenkte oft nach seinem Geschmack wählen. Doch Gutscheine haben immer einen Beigeschmack - hat sich der Schenkende etwa keine Gedanken gemacht oder nicht rechtzeitig ein gutes Geschenk gefunden? Dem kann man entgegentreten und einen Gutschein so kreativ wie kaum ein anderes Geschenk verpacken und mit einer ganz persönlichen Note versehen. Somit können mit ein wenig Phantasie auch Gutscheine ein individuelles Geschenk werden. Wie wäre es z.B. wenn die Gutscheine als Lesezeichen in einem kleinen Buch an einer passenden Textpassage Platz finden? Oder wenn die guten Scheinchen im alten Rucksack „verpackt“, den direkten Weg zum neuen Wanderzubehör weisen? Begehrt sind auch Blumensträuße mit „Gutscheinblüten“… Dem Einfallsreichtum sollen keine Grenzen gesetzt sein – denn Geschenke verbinden uns, schaffen Stabilität und schaffen Beziehungen.


